Jenseits des Lächelns - Alltagsreportagen aus Japan
In Europa breitet sich etwas aus wie eine Krankheit. Jeder erhaelt eine neue Uniform. In Italien trugen die neuen Herrscher schwarze Hemden. In Deutschland waren die Hemden braun. In Japan verbargen sie sich hinter der Armeeuniform, aber in Wirklichkeit gehoerten sie zu einem Geheimbund. Ihr Symbol war ein schwarzer Drache. Die anderen mussten auch ein Symbol haben. Deutschland: Das Hakenkreuz. In Italien das alte roemische Symbol des Liktorenbuendels. In Deutschland nannten sie die neue Ordnung Nationalsozialismus. In Italien hatten sie ein kuerzeres Wort: Faschismus. In Japan hatten sie viele Namen dafuer: Die neue Aera der Erleuchtung, die Neue Ordnung in Asien, die ostasiatische Wohlstandsphaere, aber wie auch immer man es sieht, es war einfach nur altmodischer militaerischer Imperialismus. "Hoert auf zu denken und folgt mir!" rief Hitler. "Ich werde Euch zu den Herren der Welt machen!" Und die Menschen antworteten "Heil!" "Hoert auf zu denken und glaubt mir!" bruelle Mussolini. "Und ich werde den Ruhm des roemischen Imperiums wiederherstellen!" Und die Leute antworteten "Duce, Duce!" "Hoert auf zu denken und folgt Eurem Gottkaiser!" riefen die japanischen Kriegsherren. "Und Japan wird die Welt beherrschen!" Und die Menschen antworteten "Banzai, Banzai!" Alle Symbole aehneln sich darin, dass die konstitutionellen gesetzgebenden Organe ihre Macht aufgaben. Der Reichstag in Berlin. Das Abgeordnetenhaus in Rom. Die Diaet in Japan. Und diese gewaehlten Vertreter wurden Koerperschaften von Handlangern, Jasager-Organisationen. Die auf Stichwort die Worte der Fuehrer applaudierten. Jedes System schaffte die Rede- und Versammlungsfreiheit ab. Sie wollten mit aller Gewalt die Herrschaft und ihnen war jedes Mittel recht. Auch wenn das hiesse die Welt in einen Krieg zu stuerzen...
Die Dokumentation zeigt, mit welchen Anstrengungen und Opfern die Menschen seit jeher versuchen, sich diese Energie zunutze zu machen. So dokumentiert sie mit historischen Archivaufnahmen, wie der Pionier Oskar von Miller zu Beginn des 20. Jahrhunderts um seine Vision einer flächendeckenden Elektrifizierung kämpft und schlieÃlich mit dem Walchenseekraftwerk Technikgeschichte schreibt. Die Menschen treiben einen ungeheuren Aufwand, um die im Wasser gespeicherte Kraft zu bündeln. In abgelegenen Hochgebirgstälern entstehen Staudämme so hoch wie der Eiffelturm. Tausende von Arbeitern schaffen in entbehrungsreicher Schwerstarbeit pharaonische Staumauern. Nur aus der Luft sind die Dimensionen dieser Giganten aus Beton wirklich zu verstehen. Doch die Macht der Berge lässt sich von den Menschen nicht endgültig zähmen.
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